Zwei schwache Phasen bringen die SG um einen immens wichtigen Sieg
Am Samstagabend hieß es in der Ludwig-Jahn-Halle: Abstiegskampf. Sechs Punkte fehlten den Teningern auf den sicheren viertletzten Platz, der vom Gegner an diesem Abend, dem TV Erlangen-Bruck, belegt wird. Damit die Mission Klassenerhalt weiterhin realistisch bleibt, musste bei diesem Aufeinandertreffen gegen einen direkten Konkurrenten jeder hochkonzentriert sein.
Davon war zu Beginn allerdings nichts zu sehen. Zu fahrig agierten die Schwarz-Gelben, Torchancen wurden nicht genutzt und das größte Problem der SG in dieser Saison – die technischen Fehler – schlich sich erneut in das Teninger Angriffsspiel ein. So ging es vom 4:4 in der 7. Minute, auch dank einiger wichtiger Paraden von Schlussmann Vincent Lutz, zum 5:11-Rückstand in der 14. Minute – ein Rückstand, der es so früh im Spiel in sich hatte.
Es bestand Handlungsbedarf: Eine Umstellung sowohl in der Offensive als auch in der Defensive sollte das Momentum neu verteilen – und das mit Erfolg. Im Angriff agierten die Teninger zielstrebiger, verwickelten die Gäste in Zweikämpfe und spielten immer wieder den Nebenmann frei. Die Umstellung auf eine offensive Abwehrvariante hielt die wurfgefährlichen Erlanger weiter vom Tor weg. Jeder ging einen Schritt mehr für den anderen, woraus Ballgewinne resultierten. So kämpfte sich die SG regelrecht zurück und kam Stück für Stück heran. Als Jonas Meyer eine Sekunde vor Halbzeitende zum 17:17 ausglich, stand die Halle Kopf und die hohe Hypothek aus den Anfangsminuten war egalisiert.
Die Vorgabe für den zweiten Durchgang war klar: technische Fehler minimieren und weitermachen – schließlich war das Momentum nun auf Seiten der Hausherren. So ging es auch weiter. Die Abwehr stand wie in Durchgang eins stabil, hielt die Gäste vom eigenen Tor fern und konnte immer wieder Ballgewinne erzielen. Offensiv lief vieles zusammen, Chancen wurden konsequent genutzt und die für das Teninger Spiel so gefährlichen technischen Fehler waren kaum noch vorhanden. Beim 23:21 in der 38. Minute hatte die SG alles im Griff. Beim 28:25 in der 45. Minute betrug der Vorsprung sogar drei Tore – allen war anzumerken: Heute geht etwas, und nur die Hausherren haben es in der Hand.
Unerklärlich war dann der Bruch beim 30:27 aus Sicht der Schwarz-Gelben in der 48. Minute. Wie als hätte jemand einen Hebel umgelegt, lief plötzlich nichts mehr zusammen. Auf einmal häuften sich wieder technische Fehler und Fehlwürfe, wodurch Erlangen-Bruck zurück ins Spiel kam. Vielleicht hatte die überragende Aufholjagd im ersten Durchgang zu viele Körner gekostet und forderte nun ihren Tribut. Binnen weniger Minuten war der hart erarbeitete Vorsprung dahingeschmolzen und das Momentum kippte erneut.
Trotz zweier Auszeiten fanden die Teninger nicht mehr in ihren Rhythmus zurück. Selbst ein 7-gegen-6 brachte nicht den erhofften Erfolg – im Gegenteil. Treffer ins leere Tor, die aus Ballverlusten resultierten, eliminierten jegliche Chance, noch einmal Druck aufzubauen und doch etwas Zählbares in eigener Halle zu behalten. Am Ende sind es genau zwei schwache Phasen, die die Niederlage besiegelten – auch wenn das 32:36 deutlich zu hoch ausfällt. Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung groß, denn Kampf und Einsatz hatten sich erneut nicht belohnt.
Nichtsdestotrotz gilt es weiterzumachen. Das Handtuch wird von niemandem geworfen. Klar ist jedoch auch: Die Luft wird mit jedem verlorenen Spiel dünner, und der rettende 13. Platz entfernt sich zunehmend. Nächste Woche gastieren die Schwarz-Gelben bei der Bundesligareserve des HBW BalingenWeilstetten. Anwurf ist am Sonntag um 17:00 Uhr.