Interview mit Sabine Baumann

Nach einer kurzen Pause geht es heute wieder mit einer ehemaligen Damenspielerin weiter; Sabine Baumann

Duner Bikel: Hallo Sabine, wir freuen uns, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview mit uns. Vorab die erste Frage: Wie geht es Dir? Und wie hast du die Corona-Zeit bisher erlebt?

Sabine: Soweit geht es mir ganz gut. Aber da man mich im Freundeskreis Frau „Vielfort“ nennt, habe ich in dieser Zeit keinen so richtigen Spass. Es ging leider völlig chaotisch zu. Ich war Anfang März mit 10 Lehrerkollegen zum Skifahren in Österreich. Danach ging es los mit Quarantäne. Für die Schule war es dann fast nicht mehr möglich den Schulbetrieb aufrecht zu erhalten. Aber dann war ja Lockdown für alle. Und ich ans Haus gebunden. Ein furchtbarer Zustand. Aber wie viele andere auch, hat mich der Putz- und Aufräumwahn gepackt. Absolut kein Lieblingshobby von mir. Inzwischen hat sich ja Gott sei Dank vieles gelockert und ein wenig Normalität ist zurück. Wenn ich dann wieder uneingeschränkt reisen kann und mich wieder uneingeschränkt mit allen treffen kann, bin ich zufrieden.

Duner Bikel: Wie verlief deine aktive Handballkariere? Bei welchen Vereinen hast du gespielt? Und auf welcher Position?

Sabine: Meine Handballkarriere begann in der A-Mädchenmannschaft in Kenzingen. Ich wurde von meiner damaligen Sportlehrerin zum Handball geschickt. Sie hat wohl ein Talent für Handball in mir gesehen. (Tolle Lehrerin, Danke dafür!!!). Beim TBK war jedoch die Zusammensetzung der Mannschaft nicht ganz so wie ich mir das vorgestellt hatte. Wir trainierten oft mit der Damenmannschaft zusammen und da gab es Spielerinnen, die eher im Alter meiner Mutter waren. Das hat nicht ganz so gut harmoniert. Durch Dieter Gross kam ich zur SG. Glücklicher weise hatten wir parallel mit den Herren Training, so dass ich eine Hin und Rückfahrmöglichkeit hatte. Leider war das mit der Rückfahrmöglichkeit für meine Eltern etwas unverständlich, denn es wurde doch manchmal recht spät, was an dem Besuch der ein oder anderen Gaststätte lag. Und wenn Dieter früher nach Hause fuhr, gab es immer Spieler aus der Herren 1, die mich nach Hecklingen brachten. Eine super tolle Zeit. Bei der SG war es dann so, wie ich mir Mannschaftssport vorstellte. Die tolle Atmosphäre im Verein hat mir super gefallen, es war wie eine große Familie. So hatte ich mir es vorgestellt, deshalb gab es keine weiter Station

Duner Bikel: Was macht für dich den Handballsport aus? Warum bist du Handballerin geworden?

Sabine: Handball ist für mich die schönste Sportart. Es ist immer wieder spannend, kein Spiel verläuft wie das andere. Kombination, Mannschaftsleistung und individuelle Stärke kann man beim Handball sehen bzw. erleben. Ein schneller Sport, bei dem bis zum Schluss alles offen ist. Schön finde ich auch, dass man mit Zusammenhalt und geschlossener Mannschaftsleistung auch gegen vermeintlich stärkere Gegner gewinnen kann. Und „Herzschlagspiele“ sind im Handballsport oft zu sehen. Das gefällt mir, inzwischen nur noch als Zuschauerin, immer noch.

Duner Bikel: Welche Unterschiede siehst Du, wenn du den „Handball“ in den 90er-Jahren mit dem „Handball 2020“ vergleichst? Und welche Unterschiede gibt es zwischen Herren- und Damenhandball?

Sabine: Der heutige Handballsport ist in meinen Augen nicht mehr so körperbetont wie früher. Man merkt deutlich, dass die Spieler/innen schon im Kleinkindalter angefangen haben. Fangen und Werfen ist schon trainiert und mit dem Taktischen wird viel früher begonnen. Gerade im Jugendbereich gibt es gute Spielformen. Auch die Minnispielfeste sind top. Der Frauenhandball steht immer noch hinter dem Herrenhandball, aber im Vergleich zu früher hat auch das Damenhandball gewaltige Verbesserungen erlebt.

Duner Bikel: In verschiedenen Interviews an dieser Stelle mit ehemaligen Mitspielerinnen von dir, wurden bereits viele Highlights der SG-Geschichte thematisiert: Turniere, Oberliga, Derbysiege, etc.! Welches sind deine persönlichen Höhepunkte in deiner Karriere?

Sabine: Wie bei allen, der sportliche Höhepunkt war sicherlich der Aufstieg in die Oberliga. Aber es gab viele tolle Spiele. Wenn ich an ein Spiel gegen Kenzingen denke, bekomme ich immer noch ein innerliches Grinsen. Wir waren zum Spiel nur 4 Spielerinnen, Kenzingen wollte/konnte das Spiel nicht verlegen. Zum Ausgang des Spiels möchte ich nur sagen, dass wir mit einem Tor Unterschied gewonnen haben und insgesamt 9 Tore in 60 min gefallen sind. Das war eine Leistung der besonderen Art. Bei der anschließenden Siegesfeier war allen ein Grinsen von einem Ohr zum anderen anzusehen. Legendär natürlich unser Pfingsthandballturnier. Es gab Jahre, da bin ich aus dem Pfingsturlaub zum Turnier angereist und danach wieder zur Familie zurück. Ich wollte einfach mit den Mädels zusammen das Turnier bestreiten. Zu Beginn gab es da immer heiß umkämpfte Finalspiele gegen die Damen aus Waldkirch.

Duner Bikel: Gibt es ein Spiel oder ein Ergebnis, dass sich besonders in dein Gedächtnis eingeprägt hat?

Sabine: Das Spiel der Herren um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Duner Bikel: Hast du heute noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielerinnen, Trainern oder anderen Vereinsverantwortlichen?

Sabine: Ich bin so oft es mir möglich ist bei den Heimspielen der Herren 1. Dort trifft man sich immer wieder. Pit und Achmed sind dort anzutreffen, so dass der Kontakt zu ehemaligen Trainern besteht. Pit ist als einziger Mann in unserer WhatsAppgruppe und beide so ziemlich bei jedem Fest dabei. Der Kontakt besteht zu dem harten Kern der Truppe immer noch und gemeinsame Feste gibt es auch noch. Wenn auch die Feste nicht mehr ganz so gigantisch sind wie z.B. unsere Jostlfeste mit Motto: SG sucht den Superstar oder ...

Duner Bikel: Was macht für dich die SG-Familie aus? Warum lohnt es sich, sich für die SG einzusetzen? Als Spieler, Trainer, Fan, Helfer, ….

Sabine: Gerade, weil man die SG als Familie sehen kann ist es ein toller Verein. Es wird in allen Bereichen prima Arbeit geleistet. Gerade auch die SpoFunnis sind ein gutes Beispiel dafür. Absolut klasse was du und dein Team leistet. Als Fan kann ich nur sagen, dass man weit reisen muss um besseren Handball als bei den Herren 1 in Teningen zu sehen. Ich hoffe, das bleibt so. Als Helfer weiß man genau wofür man arbeitet und es irgendwie wieder allen zu Gute kommt.

Duner Bikel: Demnächst starten wir mit einer weiblichen D-Jugend den Neubeginn der Nachwuchsabteilung „Mädchen“. Hast du ein paar motivierende Worte für die jungen Handballnachwuchsmädchen? Wieso sollte man mit dem Handballsport anfangen?

Sabine: Ich wünsche den neuen D-Mädels, dass sie neue Freundschaften innerhalb der Mannschaft knüpfen, einfach Spass am Handballsport haben und durch jedes Training oder Spiel dazu lernen. Dann werden sie eine starke Damenmannschaft werden. Handball ist ein Sport, der vielseitige sportliche Grundlagen legt.

Duner Bikel: Gib uns bitte Einblick mit 1-2 Sätzen in dein aktuelles Leben – Was machst du sportlich? Und privat hinsichtlich Familie und Beruf?

Sabine: Mein Spitzname in der Schule bei meinen Schülern ist immer noch „Badminton Queen“. Jeder der mich im Badminton schlägt hat Chancen auf eine 1 im Fach Sport. Ansonsten geht es sportlich eher etwas ruhiger zu. Fahrradfahrern und walken, altersgerecht eben. Privat wird es ruhiger, meine Kinder sind erwachsen, ich lebe immer noch in Kenzingen und muss noch einige Jährchen in die Schule.

Duner Bikel: Verfolgst du auch den Handballsport aus Spitzenebene? Gibt es Vereine der Handball-Bundesliga (Herren und Damen), die du besonders schätzt? Und ist ein Länderspiel der Handballnationalmannschaften ein Pflichttermin für dich?

Sabine: Ab und an schaue ich mir mal ein Spiel der Reihenneckar-Löwen an. EM oder WM werden natürlich im Fernsehen verfolgt.

Duner Bikel: Liebe Sabine, wir hoffen, wir sehen uns bald wieder in der Ludwig-Jahn-Halle in Teningen bei einem Handballspiel. Welche Abschlussworte hast du an uns und die SG-Familie?

Sabine: Ich hoffe doch, dass bald wieder „Herzschlagspiele“ mit positivem Ausgang für die SG in Teningen stattfinden. Ich freu mich jetzt schon darauf. An die SG-Familie an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für euren Einsatz. Wenn es auch manchmal schwerfällt. Eure Arbeit kommt vielen zu Gute. Macht weiter so!!!

Duner Bikel: Vielen Dank für das Interview!

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