Interview mit Philipp Grangé

Ab Juni 2020 ist er wieder zurück bei der SG Köndringen-Teningen in Funktion als Team-Koordinator

Duner Bikel: Wo bist du derzeit tätig in sportlicher und beruflicher Karriere?

Philipp: Ich gehe davon aus, dass die Handballsaison 2019/2020 beendet ist. Daher bin ich sportlich ab sofort nur noch „privat“ tätig. In den letzten fünf Jahren war ich jedoch Torhüter beim TuS Altenheim. Beruflich bin ich nach wie vor Leiter des Kinder- und Jugendbüros der kommunalen Jugendarbeit der Gemeinde Teningen.

Duner Bikel: Was bedeutet für dich Handball?

Philipp: Handball bedeutet für mich vor allem Vereinsleben. Ein wahnsinnig toller Sport der nur in der Gruppe stattfinden kann. Teamfähigkeit, Geselligkeit und Miteinander sind meiner Meinung nach die treffendsten Schlagwörter, wenn ich nach einer Beschreibung suchen würde. Zudem würde ich Attribute wie dynamisch, kämpferisch, fair und respektvoll wählen. Handball ist und war für mich eine tolle Lebensschule was den Umgang mit anderen Menschen geht.

Duner Bikel: Hast du noch Kontakt zu ehemaligen oder noch immer aktiven Spielern der SG?

Philipp: Ja klar. Daniel Warmuth ist der Patenonkel meiner Tochter Amelie. Wir sehen uns alle paar Wochen zudem in unserer Mittagspause zum Kaffee. Außerdem haben wir vor ein paar Jahren den Stammtisch „SG Classics“ ins Leben gerufen. Die Runde mit Martin Hirling, Markus Wenning, Michael Rascher, Andi Holz, Daniel Warmuth, Gerry Sandu, Steffen Zank und Christian Hefter taugt auf jeden Fall zur Grümpelturniermannschaft

Duner Bikel: Wie siehst du die Entwicklung des Handballsports?

Philipp: In der Spitze sehe ich den Handball auf einem tollen Weg. Bis vor einigen Jahren war es undenkbar, dass alle Spiele der 1. Bundesliga live im TV zu sehen sind. Zudem Championsleague, Frauen Bundesliga und 2. Liga im Internetstream. Auch die Präsentation der einzelnen Mannschaften ihrer Heimspiele ist sehr professionell geworden. Handball ist ein starkes „Produkt“ geworden. In den unteren Klassen ist der Trend gegensätzlich. Mittlerweile entstehen in den Jugendabteilungen Spielgemeinschaften aus Spielgemeinschaften. Dieser Trend ist erschreckend. Es scheint an Menschen zu fehlen, die primär Verantwortung in den Vereinen übernehmen wollen. Zudem fehlt vielerorts die Bereitschaft der Eltern sich etwas aus der Komfortzone herauszubewegen. Kinder werden im Training „abgeladen“, einen Kuchen zu backen zum Heimspieltag oder einen Fahrdienst auswärts sind da oft schon zu viel. Diese Mentalität zieht sich dann weiter. Die fehlende Verbindlichkeit und Verbundenheit eines Vereins gegenüber schwindet. Die Wertschätzung den Verantwortungsträgern gegenüber ebenfalls. Weniger dauerhafte Mitglieder, weniger Trainer die Lust haben, weniger Funktionäre sind die Folge. Ein Trend der mit Sicherheit nicht alleine im Handballverein wiederzufinden ist.

Duner Bikel: Wo siehst du dich in den nächsten 3 Jahren?

Philipp: Vermutlich nicht beim Fragebogen ausfüllen…

Duner Bikel: Du arbeitest ja überwiegend mit Kindern aus der Gemeinde Teningen zusammen. Welchen Tipp würdest du Ihnen für den Sport geben?

Philipp: Macht das was euch Spaß macht. Probiert alles aus, was in eurer Umgebung angeboten wird. Überredet eure FreundInnen und Kumpels mitzukommen in die Vereine. Zusammen macht alles mehr Spaß! Gerade hier in Teningen gibt es so gut wie alles. Nutzt die Angebote unserer Vereine in Teningen.

Duner Bikel: Gibt es Unterschiede zwischen dem Philipp, der auf dem Feld steht und dem privaten Philipp?

Philipp: Privat trage ich im Normalfall keine Trikots und meine Hände sind klebefrei

Duner Bikel: Abschlussworte an die SG

Philipp: Ich freue mich sehr, wenn die aktuell schwierige Lage überwunden wurde und die Handballhallen wieder geöffnet werden. Ich freue mich vor allem wieder zurück bei der SG zu sein. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung um Markus und Reinhold werde ich versuchen den Teninger Handball zukünftig noch attraktiver zu machen. Wir werden versuchen den Leistungsgedanken in der Spitze und den Gemeinschaftsgedanken an der Basis bis zu den Mini-Minis weiter im Stile unseres Vereins zu transportieren.

Ansonsten: Bleibt daheim, bleibt gesund! Es gibt schlimmere Schicksale als in einem Land wie unserem zu Hause bleiben zu müssen.

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