Gerechte Punkteteilung in der Kurstadt

Gerechte Punkteteilung in der Kurstadt SG trennt sich mit 22:22 vom TVS Baden-Baden und verliert Lukas Zank

Viel dritte Liga lag im Vorfeld in der Luft der Rheintalhalle im Duell des Drittligaabsteigers gegen den Ex-Drittligadino. Zudem trat mit dem TVS Baden- Baden als Tabellenzweiter, eines der zwei noch ungeschlagenen Teams der BWOL gegen die bisher auch nach Maß gestartete SG (nur eine Auswärtsniederlage gegen die verlustpunktfreie SG Pforzheim/Eutingen) an. Diese hohen Versprechungen erfüllte das von technischen Fehlern, Fehlwürfen und starken Torhütern geprägte Spiel jedoch nicht.
Die von Ole Andersen trainierten Teningen waren bis auf den verletzten Timo Grafmüller vollständig. Einzig Vincent Lutz war als einer der U21-Spieler bei der zweiten Mannschaft in Herbolzheim im Einsatz (29:26 Niederlage, A.d.R.).
Erstmals in dieser Saison erhielt der 20-jährige Dominik Merz den Vorzug vor Sebastian Kicki in der Startformation zwischen den Pfosten.
Und genau diesem war es zu verdanken, dass die SG nicht früh in hohen Rückstand geriet. Zwar führte man in der 5. Minute noch mit 1:2, anschließend leistete man sich zu jedoch zu viele Fehler und geriet ins Hintertreffen. Bis auf 6:3 bauten die Kurstädter ihre Führung bis zur 9. Minute aus.
Mit einem gehaltenen Siebenmeter und mehreren Paraden trug Merz maßgeblich dazu bei, dass die Gäste nicht nur nicht in höheren Rückstand gerieten, sondern beim 8:8 auch ausgleichen konnten (19‘). Beim 8:9 war das Spiel wieder gedreht und man konnte das Gefühl bekommen, die SG hätte die Kontrolle über das Badenderby gewonnen. Bis zur Halbzeit blieb es weiterhin knapp und die Breisgauer nahmen einen, nach den Anfangsminuten glücklichen, zwei Tore Vorsprung in die Kabine.

SG gibt das Spiel aus der Hand

Diese gefühlt gewonnene Kontrolle gaben die Breisgauer nach der Halbzeit durch einfache Fehler wieder her. Einen Gegenstoß nach einem ausbleibenden Pfiff bei einem Kreisanspiel nutzte der TVS zum 13:14. Auch in der Folge wurde das in der Vorwoche noch so gut funktionierende Angriffsspiel immer statischer und eindimensionaler. Zu oft rieb man sich in Zweikämpfen auf und ließ den Ball zu wenig laufen. Die Maßnahme des siebten Feldspielers, um mehr Struktur in den Angriff zu bringen, brachte auch nicht den gewünschten Erfolg. Folgerichtig gab es beim 17:16 (40’) einen erneuten Führungswechsel. Mit viel Kampf und Willen war das Spiel nach 43 Zeigerumdrehungen aber wiederholt gedreht (18:19). Immer wieder kamen die Teninger jedoch in das von den Schiedsrichtern überfrüh angezeigte passive Vorwarnspiel.

In der Folge blieb das Spiel auf Messers Schneide. Nur noch ganze vier Tore sollten in den letzten zehn Minuten von beiden Mannschaften erzielt werden. Dabei hatten die Gelb-Schwarzen noch dicke Chancen wegzuziehen. Ein verworfener und ein mit

TVS BADEN/BADEN VS SG K/T "1

Schritten abgepfiffener Gegenstoß verhinderten jedoch ein entscheidendes Absetzen der SG in der Crunchtime.
In der 57. Minute dann DER Schockmoment. Nach einem Pass auf außen rutscht Lukas Zank weg und sackt zusammen. Die in der Halle bereits vermutete Diagnose sollte sich wenige Stunden später im Krankenhaus bestätigen: Achillessehnenriss und ein damit verbundenes Saisonaus des Abwehrchefs. An dieser Stelle alles Gute und eine vollständige Genesung, Luki!
Im Anschluss blieb die Abwehr trotz des Ausfalls weiterhin kompakt. Trotzdem drehte Sandweier das Spiel beim 22:21 (59’) noch einmal und die Andersen-Sieben drohte das Spiel zu verlieren. Aber ein nervenstarker Ilja Greblev glich am Siebenmeterstrich zum 22:22 Endstand aus und die Abwehr hielt den letzten Angriffsbemühungen des TVS stand.
Unterm Strich sicherlich ein verdientes Unentschieden, da beide Mannschaften sich zu viele Fehler leisteten. Trotzdem eine ganz bittere Pille, die die SG nun schlucken muss, da durch clevereres Auftreten und eine bessere Chancenverwertung ein doppelter Punktgewinn machbar war. Dazu kommt das Saisonaus von Zank, was der am Wochenende stark verbesserten Abwehr im weiteren Saisonverlauf unheimlich weh tun wird.

Vorschau

So wird es kommendes Wochenende nicht einfacher, wenn man bei den „Mad Dogs“ aus Neuhausen/Fildern wieder auf einen Drittligaabsteiger trifft. Kann die Abwehr auch ohne Zank und mit einem starken Merz ihre Leistung jedoch konservieren und der Angriff sich wieder verbessert zeigen, ist die SG auch im Schwabenland nicht ohne Chance. Die bisher einzige Niederlage der „Mad Dogs“ rührt, wie die der Teninger, auch von einem Aufeinandertreffen mit der SG aus Pforzheim.

Kader SG K/T: Kicki, Merz (beide Tor), Melnyk (2), Zank (1), Weise, Spinner, Simak (4), Bührer (2), Valda (7), Greblev (5/2), Blank, Hantak (1), Tscherner

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